Welt in Aufruhr – Schweiz, wie weiter?

Zu dieser Schicksalsfrage nahm Roger Köppel am Montag eine präzise Standortbestimmung vor. Der enorme Menschenandrang zu seinem Vortrag zeigt: Die Eruptionen, die weltweit durch die verkrusteten Schichten der politischen Systeme hindurchbrechen, sind bis hierher spürbar. Zudem bebt es eben auch in der Schweiz.

Leider ist Bundesbern gerade daran, die direkte Demokratie als einzig verlässliches Frühwarnsystem abzuschaffen. «Wie ein K.O.-Schlag, den du nicht kommen siehst», ist ein passendes Zitat vom verstorbenen Boxkönig Muhammad Ali, welches der Weltwoche-Verleger einleitend erwähnte. Ohne die direkte Demokratie geht unser Land blind zu Boden. Denn mit ihr hat die Schweiz die ideale Staatsform entwickelt, um die Freiheit der Bürger zu bewahren. Dieses abstrakte Wort «Freiheit» kann auch mit dem Begriff «Selbstbestimmung» verständlicher gemacht werden. Unser Land konnte seinen Wohlstand erarbeiten, weil die Menschen über alles selber bestimmen können, was sie direkt betrifft. Um zu begreifen, wie erfolgreich unser System ist, man muss nur in die Welt hinausschauen und diese brennen sehen. Roger Köppel ging auf verschiedene Brandherde ein.

Die Welt in Flammen
Frankreich, wo mehrere Generationen von Muslimen nicht im westlichen Leben angekommen sind. Ein Land, welches schwere islamistische Terroranschläge in Paris, Nizza oder auch das Abschlachten eines Priesters in einer Kirche erleiden musste. Deutschland, das ebenfalls den Terrorismus importiert hat. Nordafrika und der Nahe Osten, wo Gräuelkriege wüten und der Arabische Frühling längst in einen Winter umgeschlagen ist. Südeuropäische Länder wie Portugal oder Griechenland, die finanzpolitisch vor dem Kollaps stehen. Die gesamte EU, die äusserst instabil ist und von einer Asylkrise bedrängt wird. Gleichzeitig nagt die Eurokrise bedrohlich am Wohlstand. Und obwohl man dachte, auf europäischem Boden gäbe es nie wieder Krieg, herrscht aufgrund der Osterweiterung ein solcher in der Ukraine. Auch auf das Pulverfass Türkei ging Nationalrat Köppel ein. Kurzum: Die Welt ist in Aufruhr!

Mehr als Mittelmass droht
Aber auch die Schweiz ist keine Insel der Glückseligkeit mehr. So stieg das Bundesbudget von 24 Milliarden Franken (1984) auf unglaubliche 67 Milliarden Franken im Jahr 2016 an. Die Personenfreizügigkeit wandert direkt in die Staatsquote ein. Unser Land wird allmählich von der Masseneinwanderung erdrückt. Die Ausländerarbeitslosenquote steigt. Der Sozialmissbrauch ist neuerdings durch fremde Richter aus Strassburg geschützt. Der Islamismus breitet sich auch bei uns aus, wie Beispiele aus Winterthur, Zürich und anderen Städten zeigen. Auch wurde von den Linken ein Asylwesen installiert, das hauptsächlich junge, männliche Sozialstaatmigranten anlockt. Der gigantische Asylmissbrauch hat also staatliches System. Während seines Vortrages legte Chefredaktor Köppel offen, wie die Krisen und Brandherde durch eine Politik von oben, durch die Arroganz der politischen Eliten, geschaffen wurden. Was wir zurzeit erleben, ist der Zusammenbruch dieses Grössenrausches. Die Realität bricht herein. Die falschen Konzepte und falschen Entscheidungen der Eliten, sei es bezüglich der EU, den militärischen Interventionen ohne Antworten auf das Machtvakuum oder die Abschaffung der Nationalstaaten, lösten das globale Chaos aus.

Wahlen als Löschwasser
Roger Köppel schloss seine brillanten Ausführungen bezogen auf die Schweiz dennoch optimistisch. Es liegt nun in unseren Händen, den Staat wieder zurückzudrängen und die direkte Demokratie vor der politischen Elite zu schützen. Er beschrieb die Schweiz als erfolgreichste Selbsthilfeorganisation der Menschheit. In unserem Land haben eben die Bürger die Macht. So ist es zumindest bis heute. Wie die weltweiten Brandherde uns auf grausame Weise vor Augen führen: Die Krisen fangen dann an, wenn die Menschen von oben herab fremdbestimmt werden. Wir Schweizer müssen also unsere Freiheit endlich wieder konsequent gegen innen und aussen demokratisch verteidigen!

Der Zürcher Bote, 11. November 2016 (PDF)